Hinter den Kulissen

Hier gibt es während des Festivals die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen….


Anreise mit Hindernissen

Regensburg, den 05.07.2018, 12.06 Uhr am Regensburger Hauptbahnhof. Die jungen Schauspieler/innen des Jugendclubs ,,Münchner Kammerspiele“ steigen aufgeregt aus ihrem Zug. Die Erleichterung ist ihnen ins Gesicht geschrieben, als sie die freundlich lächelnden Jugendlichen erblicken, welche ein Schild mit dem Namen ihres Jugendclubs hochhalten: Kammerklicke!

Die 14 Jugendclubs, welche aus insgesamt 13 verschiedenen Städten am Vormittag des ersten Festivaltages angereist sind, wurden am Bahnhof von ihren Paten aus Regensburg sehnsüchtig erwartet. Die Paten, welche alle Mitglieder des Theaterclubs Regensburg sind, begleiteten die Jugendclubber, zu welchen sie zuvor nur über soziale Netzwerke Kontakt hatten, zu den Turnhallen der Clement-Ferrand und St. Marien Schule – eine aufregende Erfahrung, die immer wieder die Spontanität und das Organisationstalent der Paten herausforderte. Nachdem bei der Kammerklicke die fehlenden Bustickets durch die Bayerntickets der Spielleiterin ersetzt werden konnten, wurden die Pläne, den nächsten Bus zu nehmen, allerdings von einem dringenden Apothekenbesuch sowie einem längeren Toilettengang eines Jugendclubmitgliedes, welcher ganz verschiedene Spekulationen hervorrief, durchkreuzt. Als sich nun alle im richtigen,- wenn auch später als geplanten,- Bus befanden, nutzten die Münchner Jugendclubbler die Busfahrt, um ihre Paten besser kennenzulernen und tauschten sich mit ihnen über ganz verschiedene Themen aus – vom Theaterspielen über die Heimatstadt bis hin zu Modevorlieben. Und natürlich teilten sie auch ihre Aufregung auf die kommenden Tage, in denen die Paten ihrem Jugendclub stets mit Rat und Tat zu Seite stehen werden und beispielsweise auch bei den Nachgesprächen eine aktive Rolle haben. In den Schulen angekommen, bezogen die theaterbegeisterten Jugendlichen ihre Turnhallen, in denen sie in den nächsten Tagen nicht nur schlafen, sondern auch bis spät in die Nacht ihre verschiedenen Eindrücke und Meinungen über die Stücke austauschen werden. Welcome and HELLO!

~Fiona

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Foto: Ronja Tyl


Gute Stimmung beim Essen

8.00 Uhr

Kaum in der Kantine angekommen, bessert sich meine vom Regenwetter vermieste Laune. Gleich an der Essensausgabe fällt einem die ausgelassene Stimmung auf den Bänken auf. Gemeinschaftsgefühl förmlich greifbar! Auch das Essen passt sich dem Flair an. Es sieht nicht nur délicieux aus, sondern schmeckt auch so. Neben veganem Brot, Müsli und verschiedenen Aufstrichen steht auch leckerer Tee zur Verfügung. Leider ist die Zeit im Speisesaal viel zu schnell vorbei und schon um 8.30 Uhr geht es in die Redaktion zurück.

12.00 Uhr

Auch zum Mittagessen beschert uns Fläming Kitchen wieder ein kulinarische Meisterwerk – natürlich vegan. So vegan, dass sich sogar ein Ästchen in das Essen von mir verirrt. Tja… wir werden immer mehr eins mit der Natur. Doch es gibt auch noch Probleme mit den Essenszeiten. Zu oft ist die Schlange lang, die Wartezeit ewig und es herrschen Hungersnöte, so schreibt ihr es zumindest in den Kommentaren zum Tag (siehe Ausgabe gestern!). Doch bei 300 Leuten und einer Mini-Kantine sind Wartezeiten kaum vermeidbar, oder? Und sonst macht die Redaktion einfach mal Diät… Kein guter Vorschlag?

18.00 Uhr

Mein Magen kündigt sich schon lautstark an. Endlich Essenszeit! Bei Curryreis mit indischem Linseneintopf und Salat genießen wir die freie Zeit. Während sich die einen über die Workshops unterhalten, diskutieren die anderen über die bevorstehenden Stücke. Ich konzentriere mich lieber auf das köstliche Essen: Mahlzeit!

~Lennart

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Fotos: Lisanne-Deanne Möller

 


Das Patenmodell am Beispiel von Anne Stevens

Ein Stück in einer fremden Stadt und vor einem großen Publikum, das auch aus anderen jungen Schaupieler/innen besteht, aufführen – ganz schön aufregend für die Jugendclubler. Um die theaterbegeisterten Jugendlichen mental zu unterstützen, stellt das Theater Regensburg jedem Jugendclub neben den Paten aus dem Regensburger Jugendclub auch einen Paten vom Haus zur Verfügung.

Aber was gehört denn nun alles zu den Aufgaben der Paten und wie fanden sie den Weg zu ,,ihrem“ Jugendclub? Um die Antwort auf diese und weitere Fragen zu finden, begleitete ich die Patin des Jugendspielclub 2 vom Stadttheater Ingolstadt Anna Stevens (Mitarbeiterin aus der Marketingabteilung des Theaters Regensburg). Sie übernimmt die Patenschaft für diesen Jugendclub, da es aufgrund ihrer Kinder schwer für sie wäre, einen Jugendclub, der erst am Abend auftritt, zu begleiten.

Zu ,,seinem“ Jugendclub ist jeder Pate anders gekommen: Während manche bereits einen persönlichen Bezug zu einem Theater hatten, passte der Zeitpunkt der Aufführung bei anderen gut in den Dienstplan. Auch die Abteilungen, aus denen die Paten stammen, reichen vom Schauspiel über die Marketingabteilung bis hin zum Ticketverkauf. Das ist ganz gezielt so und soll den Jugendlichen signalisieren, dass sich nicht nur das Junge Theater, sondern auch die anderen Abteilungen für die Jugendclubs interessieren und sie unterstützen möchten.

Die Jugendclubs treffen erst kurze Zeit vor der Aufführung auf ihren Paten, wenn die Jugendlichen noch hektisch die letzten Vorbereitungen treffen – sie testen, ob die Technik einwandfrei funktioniert und üben ihren Aufgang sowie die Applausordnung. Während die Jugendlichen ihr Stück bisher in dem Theater ihrer Heimatstadt proben konnten, haben sie jetzt nur kurz Zeit, sich an die neue Kulisse zu gewöhnen. Inmitten dieser stressigen Vorbereitungen hilft es den Jugendlichen sehr, wenn der Pate ihnen nochmal Mut zusprechen kann und ihnen das Gefühl gibt, dass sie vom Theater Regensburg unterstützt werden. Auch bei dem TALK haben die Paten eine aktive Rolle und geben den jungen Schauspieler/innen professionelles Feedback.

~Fiona