Archiv Uncategorized

Festivalblog

Tag 1 (18.07.2019)

Der Beginn des viertägigen Treffens des bayerischen Theaterjugendclubs steht kurz bevor. Aufgeregt werden noch die letzten Vorbereitungen getroffen, beispielsweise wird in der Treffbar das einheitliche Mobiliar ausgetauscht mit vielen bunten und verschieden gemusterten Einzelstücken. Die verrückten Collagen, die wir die Tage davor als Dekoration gebastelt haben, sichern wir noch einmal mit Klebeband, sodass auch ja nichts runterfällt. Alles soll passen zum diesjährigen Thema „Verquer“. Ich bin jetzt schon von der Atmosphäre begeistert. Jedem Mitglied des Bamberger Spielclub Jugend wird eine Theatergruppe zugeteilt, die sie vom Bahnhof abholen soll und das Festival über begleiten wird. Mit großen Schildern machen sie sich aufgeregt auf den Weg und ab circa 12:00 Uhr kommen auch schon die ersten Gruppen zurück zum Theater. Außer der Verspätung einiger Züge, was sich letztlich ohne

Probleme lösen lässt, läuft alles glatt. Anfänglicher Stress und Sorgen verfliegen und das Foyer des Theaters füllt sich mit jungen Schauspieler*innen. Um 14:00 Uhr ist es Zeit für den ersten Tagesordnungspunkt, die Begrüßung. Alle Theatergruppen, bis auf die Münchner Kammerclique, welche noch im verspäteten Zug sitzt und von unterwegs eine Audiobotschaft an die Festivalteilnehmer*innen sendet, finden sich im Saal der Großen Bühne ein. Eine laute, mystische Stimme, das selbsternannte Phantom, begrüßt die Schauspieler*innen und ermutigt sie, sich innerhalb der nächsten vier Tage gezielt damit auseinander zu setzen, was sie als Individuum ausmacht. Die Stimme ruft dazu auf diesen „Geheimnissen“ gemeinsam nachzugehen und dabei stets man selbst zu sein. Nach der Begrüßung durch die Intendantin, den Bürgermeister, den Vertreter des Landesverbands Bayern und der Festivalleiterin stellen sich die einzelnen Theatergruppen vor. Die Energie und Begeisterung, die von all den Teilnehmer*innen ausgeht, ist für jemanden wie mich, der selbst kein Theater spielt, sehr beeindruckend, denn über jeden Beitrag wird herzlich gelacht und tosend applaudiert. Nach der Einführung geht es auch schon gleich mit den Workshops weiter. Man hat mir gesagt, es sei dieses Jahr das erste Mal, dass neben schauspielerischen Aspekten auch technische behandelt werden. Ich schließe mich der Gruppe an, die den Workshop für die Lichttechnik besucht. Es ist ein informativer Vortrag über generelles und erweitertes Wissen und zwischendurch fügen Markus und Matthias von der Lichttechnik noch interessante Zusatzinformationen hinzu, wie etwa, dass das Pfeifen auf der Bühne einen Kasten Bier kostet, weil damit früher das Ausgehen einer Gasflamme assoziiert wurde. Besonders interessant wurde es, als sie vorgefühlt haben, wie sich das menschliche Auge täuschen lässt dadurch, dass man buntes LED Licht auf bunten Stoff strahlt und dadurch nur die Farben reflektiert werden, die im LED Licht enthalten sind. So sieht es aus, als ob Kostüme auf der Bühne oder das Bühnenbild die Farbe ändern würden. Zuletzt besuchen wir noch die Große Bühne und sehen uns an, wie dort die Lichttechnik aufgebaut ist. Um ca. 17 Uhr enden die Workshops. Bis zum Abendessen um 18:00 Uhr bilden sich Kreise aus Liegestühlen und anderweitige Sitzgruppen draußen in Richtung Harmoniegarten, man hört Musik und unterhält sich angeregt. Die Stimmung ist gut und der Appetit wird bis zum Abendessen an der Brotbar gestillt, wo es verschiedene, leckere Aufstriche gibt, die alle gut ankommen. Ein freundlicher Herr von der Aidsberatung verteilt Aufklärungsmaterial in kleinen Tütchen. Zum Abendessen bildet sich eine hungrige Schlange vor dem Buffet. Es gibt verschiedene Wraps, Salate und Maultaschen. Der Großteil des Essens ist zu meiner Freude vegetarisch oder vegan. Es scheint allen zu schmecken, denn die Schlange bildet sich erneut und erneut. Gegessen wird im Bierzelt, in der Treffbar oder auf den Bierbänken und Stufen vor dem Harmoniegarten. Um 19:30 Uhr beginnt das Highlight des heutigen Tages, „Liebe ist…“, das Stück des Spielclubs Jugend aus dem ETA Hoffmann Theater Bamberg. Ich habe es bereits am Vortag gesehen und finde es dieses Mal mindestens genauso gut wie beim ersten Mal. Diesbezüglich muss man erwähnen, dass es mich enorm beeindruckt hat. Sowohl die dramatischen, ernsten Szenen, als auch die komödiantischen werden wunderbar umgesetzt. Dem Publikum gefallen viele Szenen so sehr, dass es währenddessen lautstark klatscht, pfeift und gar grölt. Dennoch lassen sich die Schauspieler*innen nicht aus der Konzentration bringen. Als doch ein paar Passagen anders laufen als gestern, fällt nicht auf, dass es nicht so beabsichtigt gewesen wäre. Es war ein souveräner Auftritt, der, wie ich von vielen der anderen Schauspieler gehört habe, die Messlatte für die folgenden Vorstellungen sehr hoch gesetzt hat. Mit gemütlichen Beisammensitzen, entspannten Gesprächen, und gemeinsamen Singen und Tanzen neigt sich ein gelungener erster Tag dem Ende zu.

von Selina Kurde 

0 Kommentare zu “Festivalblog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: